Alexas Buchentstehungsgeschichte

"Wie präsentierst Du Dich als Autorin", frage ich mich. Die Frankfurter Buchmesse steht an und auch ich – als frischgebackene Autorin - möchte gerne einmal Teil des „Bücherspektakels“ sein. Mein Buch ist vorgereist. Mit meinen Flyern in der Hand stürze ich mich in Getümmel und werden von den Menschen und der Fülle an Büchern fast erschlagen. Ich teile die Luft mit den großen, namhaften Autoren und fühle mich als Sandkorn unter Kieseln und dennoch dem Strand zugehörig. Ich führe...

„Wenn sie gut genug wären, dann hätten sie sicher auch einen Verlag gefunden“, so lautet der langläufige Glaubenssatz. Nicht nur der Buchhändler, sondern auch vieler Schreibender. Und so fühle ich mich manchem Buchhändler wie eine Bittstellerin „Nein, bei uns nicht – schließlich bürgen wir für Qualität!“, höre ich hinter zurückhaltenden Worten heraus. Aber nicht alle Buchhandlungen verschließen sich und so darf mein Buch tatsächlich in einigen Regalen Platz nehmen. Ich...

Stehst Du zu Deinem Schreiben? Trotz der Freude, das Buch in Händen zu halten, wallt auch ein Gedanke auf und lässt mich erschrecken. Oh je, denke ich, nun bin ich sichtbar, greifbar, nachlesbar und werde quasi in das Auge der Leser und Leserinnen gerückt! Die Erkenntnis macht etwas mit mir. Sie lässt ein Gefühl aufsteigen, als würde ich nackt durch die Straßen laufen und jeder könne ab sofort Einblick in meine Seele nehmen. Ein ängstlicher Schauer überzieht mich und paart sich mit...

... das eigene Buch in Händen halten. Doch zunächst: Von meinen 360 Seiten geschriebenen sind letztlich nur 248 von der Verlagslektorin gekürzte Seiten übriggeblieben. Ups, denke ich wieder einmal. Mir scheint, ich kann doch nichts, denn das, was alles verändert, geschliffen und in Form gebracht wurde, empfinde ich als drastisch und nur noch bedingt als mein Werk. Verzweifelt suche ich meinen eigenen Ausdruck und mich selbst zwischen den Zeilen – und finde mich wieder. Passend gemacht...

Zufall oder Fügung? Zu meiner Erstleserschaft zählte auch ein Zahnarzt, ebenfalls ein guter Freund. Auch ihn bat ich die ersten 100 Seiten zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Er stimmte zu und ich überließ ihm das Manuskript - ich kann mich noch genau daran erinnern - an einem Freitag, bevor ich zu einer Wochenendfortbildung aufbrach. Kaum war ich zurückgehrt, klingelte das Telefon. Eine Stimme, flirrend vor Aufregung, erkundigte sich, ob es in Ordnung gewesen sei, das Manuskript der...

Das Manuskript wandert unverzüglich in die Tiefen meines Schrankes ... Zwar ist es dort aus meinem Blickfeld verschwunden, doch mein Unterbewusstsein weiß stets um seine Existenz. Es arbeitet in mir. Unruhig. Quälend. Marternd. Es bedarf nur eines Griffs und schon ich könnte ich den Beweis meines Nicht-Könnens wieder hervorholen. Nach sechs Wochen des inneren Ringes traue ich mich, das mit Randbemerkungen versehene Manuskript anzuschauen und den Vermerk unter dem Text zu lesen. Mit...

Ich nutzte jede freie Minute, um zu schreiben. Ich werde durch die Zeilen getragen und geführt, fühle mich seltsamerweise aber auch getrieben. Gesammeltes und gespeichertes Wissen drängt aus mir heraus, wird erweitert durch meine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse, mit dem Anliegen, sie nach außen zu bringen. Der Nebel, der zu Beginn noch da war, hat sich gelichtet und die Sonne scheint hell und klar. Sie beleuchtet meinen Wunsch, der sich mehr als deutlich ausgeformt hat. Der Wunsch,...

Die Zeit reift und ich mit ihr. Und irgendwann ruckt es dann tatsächlich. Vermutlich ist es für viele ein eher ungewöhnlicher Ruck, aber für mich bedarf es genau dieses Impulses, um mit dem Schreiben zu beginnen: Ich muss erst „sterben“, um zu erkennen, was ich unbedingt in diesem Leben noch tun möchte. Und so sterbe ich an einem grauen Novembernachmittag im Jahre 2010 für einen ganz bewussten Augenblick lang. Natürlich sterbe ich nicht wirklich, sondern nur im Rahmen eines Seminars,...

Bücher sind für mich "Abdrücke der Seele". Nicht nur der Autor oder die Autorin zeigt sich, sondern auch der Leser oder die Leserin entscheidet sich bewusst oder unbewusst für ein Buch, das ihn oder sie auf irgendeine Weise anspricht. Ich habe mich oft entschieden. Denn ich liebe Bücher. Ich liebe sie nicht nur, ich lebe mit ihnen. Sie leben auf Gedeih und Verderb auch mit mir. Ich lese nicht einfach nur ein Buch, nein, ich traktiere es mit Textmarkern, unterstreiche und beschrifte den...