„Ist das, was ich schreibe, denn gut genug?“

 

Es ist ein Bedürfnis des Menschen sich mit anderen auszutauschen. Und wie gerne tun wir das, wenn uns etwas von Herzen interessiert! Bei meiner Lektorats-Arbeit werden mir oft Fragen gestellt wie: „Ist das, was ich da schreibe, denn gut genug?“ oder „Wie komme ich denn darauf, dass meine Geschichte überhaupt irgendjemanden interessiert?“ Die Fragen sagen sehr viel mehr über gesellschaftliche Prägungen als über die „Qualität“ eines Textes aus. Mein Anliegen als Text-Coach ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich ohne Leistungsdruck oder sonstiges Mangeldenken schlicht erst einmal entfalten darf, was sich in einem solchen Schreibprozess eben entfalten möchte und daran zu wachsen!

 

Von Herzen schreiben

 

Darf der innere Kritiker für einen Moment lang schweigen - später darf er gerne noch einmal reflektierend über den Text schauen - kann überhaupt erst ein Schreibfluss entstehen. Wenn man sich schon bevor man schreibt oder währenddessen ständig überlegt, was man gerade „falsch“ oder „richtig“ macht oder sogar immer wieder auf jeden Verschreiber achtend in einem Satz vor- und zurückhüpft, blockiert das ein erstes „Runterschreiben“ einer Idee, einer Geschichte, eines Blog-Beitrags. Indem ich „Fehler“ zulasse, entsteht der Raum, um zu einem authentischen Ausdruck zu finden. Und das ist ein Prozess, der im Leben niemals abgeschlossen ist … Warte ich darauf, endlich perfekt genug zum Schreiben zu sein oder ausreichend Spannendes zu erzählen zu haben, fange ich nie damit an.

 

In Verbindung mit sich selbst und anderen

 

Schreiben ist eine Suche, eine Suche nach sich selbst, nach den passenden Worten, die das eigene Anliegen ausdrücken. „Falsch“ oder „Richtig“ können dabei nur der gefühlsmäßige Kompass sein, der später entscheidet, ob das, was man da geschrieben hat, zumindest ein bisschen dem entspricht, was man auf dem Herzen hatte. Und wenn es dann noch Resonanz in einem anderen erzeugt, ist das ein wunderbares Geschenk, nicht aber die Bedingung meines Schreibens.

 

Schreiben ist wie Atmen ...

Natalie

 

Foto: Pixabay

 

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